

München (Gauting)
Puh, ewig ist es her, seitdem ich hier etwas geschrieben habe. Nun lautet mein ernster Vorsatz: Einmal wöchentlich zu schreiben. Zu schreiben über das, was wir als Paar, als Familie oder aber auch allein erlebt haben. Was uns durch den Kopf geht, was uns bewegt, was unsere Ziele sind.
Eine Woche waren wir zu zweit auf Familienbesuch in München – genauer gesagt in Gauting. Dort hatten wir eine gemütliche, sehr saubere und zweckvoll eingerichtete Ferienwohnung. Sogar ein Kamin und eine eigene Terrasse waren vorhanden. Einen Parkplatz gab es problemlos. (Bio-) Supermärkte und alle anderen Geschäfte des täglichen Gebrauchs sind fußläufig zu erreichen. Der Bahnhof ebenso. Von dort ist man mit der S6 in ca. 30 Minuten in München-City. Die Würm fließt in unmittelbarer Nähe, sodass wir schon morgens wunderbar am Wasser spazieren gehen konnten.
1. Tag: Campingplatz Ambach am See
Am ersten Tag ging es zum Starnberger See -genauer gesagt zum Campingplatz Ambach am See.
Nähere Informationen findet ihr hier: https://www.camping-ambach.de
Nicht nur Dauercamper können den wunderbaren See und die malerische Landschaft genießen. Es gibt traumhaft schöne Wohnwagen zur Miete, die direkt am See liegen. Wie bei fast allen Seen kommen Wassersportler/ innen voll und ganz auf ihre Kosten. Um den See herum gibt es zahlreiche Wege zum Laufen, Radfahren, Spaziergehen und Wandern. Überall gibt es Liegewiesen und sanitäre Anlagen.
Die Betreiber des Platzes haben außerdem einen Imbiss und einen Minisupermarkt anzubieten. Es gibt kleine Gerichte, Kuchen, Eis und verschiedene alkoholische und nichtalkoholische Getränke. Veganer/innen können sich problemlos verpflegen.
Für Kinder gibt es auf dem Außengelände einen Spielplatz und als besondere Attraktion zwei riesige Trampoline.
Die Außengastronomie hat einen sehr coolen und gleichzeitig gemütlichen Look. Zum Teil sind ausrangierte Wohnwagen als Sitzecken aufbereitet. Lichterketten und Lampenschirme mit Beleuchtung runden das Bild ab.




Entdeckt habe ich eine Zufahrtsmöglichkeit für Rollis, über die man vom Ufer in den See gelangen kann. Ich würde mal sagen Barrierefreiersee ist ein passender Begriff und leider ist dies noch immer nicht selbstverständlich.
2. Tag: Tierpark Hellabrunn
Geburtstagskinder haben freien Eintritt und das habe ich heute direkt mal genutzt. Mit meinem Bruder und meinem Neffen besuchten wir den Tierpark in München. Ist ein Ausflug dieser Art moralisch vertretbar? Darüber könnte man diskutieren. Fakt ist, dass der Tierpark fortlaufend aus- und umgebaut und die Tierhaltung konzeptionell weiterentwickelt wird. Die Tierpfleger/ innen sind gut ausgebildet und mit Herzblut bei ihrer Arbeit.
Mein Neffe hatte nicht nur riesige Freude, die Tiere zu beobachten. Auch die Spielplätze mit verschiedenen Spiel- und Experimentiergeräten fand er toll. Wer keine eigene Verpflegung dabei hat, wird an verschiedenen Stellen (Buden, Restaurant) fündig. Auch für Veganer/ innen gibt es eine Auswahl an warmen und kalten Gerichten.
Alle Informationen findet ihr auf der Webseite des Tierparks: https://www.hellabrunn.de/

3. Tag: Murnau am Staffelsee und Schlosspark Nymphenburg
In Murnau haben wir eine Schifffahrt auf dem Staffelsee gemacht. Trotz des schlechten Wetters war die Aussicht auf die Berge grandios. Anschließend sind wir in das historische Städtchen. Wunderschön zum Bummeln und fernab der sonstigen großen Einkausketten. Ein Träumchen! Unter https://www.murnau.de/de/ findet ihr Informationen.

Leider war die Kaffeerösterei geschlossen, die mir eine Freundin empfohlen hat. Sie hat aber aber auch einen Online-Shop: https://murnauer-kaffeeroesterei.
Anschließend sind wir zum Schlosspark Nymphenburg. Dort ist auch unser Foto unter dem Baum der Ewigen Liebe entstanden. Die Museen haben wir nicht besucht, sondern den zauberhaften Park genossen.

4. Tag: Dachau
In Dachau waren schon öfter – auch als unsere Kinder noch klein waren. Es ist nicht in Worte zu fassen, wie bedrückend dieser Ort ist. Insbesondere die Verbrennungsöfen zu sehen und die Erklärtafeln zu lesen. Die Vorstellung, zu was Menschen fähig sind, ist furchtbar grausam. Auf dem Gelände und in den Gebäuden herrscht trotz vieler Menschen eine gespenstige Stille. Fotos habe ich keine gemacht. Auf der Webseite https://www.kz-gedenkstaette-dachau.de/ ist alles nachzulesen, was für einen Besuch wichtig ist. Auch in leichter Sprache finden sich dort Informationen. Vor einigen Jahren war ich mit Schüler/innen einer Förderschule dort. Viele Zugänge sind barrierefrei und Führungen stellen sich auf verschiedene Schulgruppen adäquat ein.
Es ist gut, dass solche Orte bewahrt werden. Sie gehören zur Historie dazu und tragen zur Erinnerung sowie zur Gestaltung der Gegenwart und der Zukunft bei.
5. Tag: Kufstein und Tegernsee
1987 habe ich das erste Mal echte Berge gesehen. Meine beiden jüngeren Brüder und ich waren mit einer Jugendgruppe in Südtirol und reisten mit dem Zug an. Wir fuhren nachts und im Morgengrauen mussten wir in Kufstein zur Grenzkontrolle halten. Als ich aus dem Fenster sah, sah ich einen alten Bahnhof und die Berge. In ihnen waren Wolkenfelder und es sah so traumhaft schön aus, dass ich den Anblick mein ganzes Leben lang nicht vergessen habe. Seither war ich schon öfter in den Bergen, aber nie in Kufstein. Von München aus sind es nur etwas über 100 km und an diesem sonnigen Tag sah ich Kufstein wieder. Der Bahnhof ist inzwischen modernisiert und nicht interessant. Was ich aber nicht wusste, dass es in Kufstein eine Festung gibt und die sollte man unbedingt anschauen.

Zur Festung gelangt man durch einen Teil der Altstadt. Schaut mal bitte, wie bezaubernd diese aussieht.


Die Stadt liegt am Inn und es ist die Farbe dieser Gebirgsflüsse, egal wie breit sie sind, nicht ein Traum? Stundenlang kann ich auf das Wasser schauen und das Bergpanorama genießen.


Die Festung ist per Seilbahn oder zu Fuß zu erreichen. Da gerade die Orgel spielte und währenddessen kein Seilbahnbetrieb läuft, sind wir zu Fuß hoch. Man sollte gut zu Fuß sein, sonst ist es zu anstrengend. Oben gab es in den Innenräumen ein Museum mit allem, was zu einer Festung gehört: Exponate über das Leben, Ritterrüstungen und natürlich Folterinstrumente. Der Ausblick von der Festung aus wird mir unvergessen bleiben. Wie mein Bruder liebe ich die Berge und würde sie bei der Wahl zwischen ihnen und dem Meer immer vorziehen.



Infos zur Festung gibt es hier https://www.festung.kufstein.at/de/herzlich-willkommen.html
Hinunter fuhren wir mit der Seilbahn und konnten einen Blick auf das wunderschöne Rathaus werfen.

Auf der Rückfahrt nach München hielten wir am Tegernsee. Im Herbst ist es zum Glück dort nicht sehr voll und wir konnten entspannt am Ufer spazieren und auf einem Steg sitzen.



Die Fotos sprechen für sich :-).
6. Tag: Schliersbergalm
Zwar haben wir versucht, an der Talstation zu parken, aber es gibt nur wenige Möglichkeiten und man sollte direkt im Ort Schliersee parken. An der Touristeninformation gibt es zahlreiche Bezahlparkplätze und man ist in wenigen Minuten zu Fuß an der Talstation. Auch mit Rollis und Kinderwagen ist dies möglich. Eine gute Kondition hilft, um nicht außer Puste zu geraten.
Eine Gondelfahrt empfinde ich immer als kleines Abenteuer und auch mein Neffe hatte große Freude. Die Alm ist natürlich auch zu Fuß zu erreichen. Beim Rückweg gibt es neben der Seilbahn auch eine Sommerrodelbahn über die man wieder zur Talstation gelangen kann.
Die Schliersbergalm bietet Spielplätze, Trampoline vor einer traumhaften Kulisse, eine Kapelle, einen Außenpool, eine besondere Holzsäge, einen Alpenroller, Minigolf und leckeres (auch veganes) Essen sowie Getränke.





Unter https://www.schliersbergalm.de/ findet ihr alle wichtigen Informationen.
Sieht das nicht aus wie gemalt? Ich liebs :-).

7. Tag: Abschied
Drei jüngere Geschwister habe ich. Zu meinem jüngsten Bruder hatte ich seit seiner Geburt – 6 Jahre und 5 Monate nach meiner – immer die intensivste Bindung. Zu meinem anderen Bruder war sie nie so dicht, aber auch heute noch ist er mein kleiner Bruder, den ich beschützen möchte, dem ich helfen möchte, aber nicht kann.
Mein jüngster Bruder lebt mit seiner wunderbaren Familie über 600 km entfernt und wir sehen uns sehr selten – zu selten. Ich kann mich noch so gut daran erinnern, als er geboren wurde. Dieses Baby hatte die schönste Babyhaut und er roch so wunderbar. Er trank gerne Möhrensaft und seine Hautfarbe war wunderschön. Ich durfte ihn im Arm halten und war eine stolze große Schwester. Einmal verbrannte er sich ganz schlimm an einer Backofentür beide Handflächen. Er klebte richtig daran fest und unsere Mutter musste ihn mit Kraft von der Glasscheibe reißen. Im Krankenhaus wurde seine Hände verbunden und für eine Zeit trug er Fäustlinge aus Verband. Das Erlebnis habe ich nie vergessen.
Später besuchte er die selbe weiterführende Schule und ich glaube, er hatte es deswegen nicht immer leicht. Seit über 20 Jahren bin ich selbst Lehrerin, aber manche Lehrpersonen hatten es schwer mit mir. Es traf immer die autoritären ohne Herz, es traf die, die einem das Gefühl gaben, nicht gut genug zu sein, nicht richtig zu sein. Nie wollte ich so eine Persönlichkeit werden. Meine oberste Maxime bezogen auf meine Schüler/innen ist: „Du als Mensch bist immer gut und hast deinen Platz in dieser Schule, aber es kommt bei manchen vor, dass das Verhalten in Schule nicht okay ist/ nicht akzeptabel ist. Am Verhalten kann man arbeiten! Mensch bleibst Du immer“

Sooo schön das ihr da wart 🥰 #familie
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